Von der handwerklichen Hausschmiede zum führenden Industrieunternehmen

Als arbeitsloser Ernährer einer Großfamilie fasste Hubert Waltermann, der Vater des heutigen Senior-Chefs, 1934 den Mut, sich selbstständig zu machen, um die Situation seiner Familie zu verbessern. Völlig mittellos begann er in einem Anbau, der als Stall diente, mit der Produktion von Rohrhaken. Die vorher ausgestanzten Rohlinge wurden manuell auf einem Amboss flach geschmiedet und gebogen. Diese Rohrhaken dienten zur Befestigung von Rohren, die auf der Wand verlegt wurden.

1936 - 1956
1936 bis 1956

Nur wenige Jahre später wurde ein leer stehendes Fabrikgebäude angemietet und in die ersten gebrauchten Maschinen investiert. Diese wurden zunächst durch Wasserkraft über eine Transmission angetrieben, in den nachfolgenden Jahren aber auf den Antrieb durch Motorkraft umgestellt. Die Produktion von Rohrhaken wurde um Rohrschellen und Heizungskonsolen erweitert, später noch um Stanz- und Biegeteile nach Muster oder Zeichnung.

1957
1957


Umzug 1957

1957 erfolgte die Betriebsverlagerung in die erste eigene Fertigungshalle von 560 qm.

Im gleichen Jahr begann die Montage von Drahtseilklemmen. Das war die Geburtsstunde unseres heutigen Lieferprogramms. Für die neuen Produkte mussten neue Abnehmer gesucht werden. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass Drahtseilklemmen nur ein Teil eines umfangreichen Drahtseilzubehörprogramms und allein nicht verkäuflich sind. Die Kunden verlangten weitere Artikel wie Kauschen, Spannschlösser, Schäkel usw. Entsprechend den Kundenwünschen wurden diese Artikel zunächst zugekauft.

Drahtseilzubehör und Installationsartikel wie Rohrhaken und Heizungskonsolen passten weder von der Herstellung noch vom Vertriebsweg zusammen. Die Produktion der Installationsartikel wurde daher zugunsten des ausbaufähigeren und zukunftsträchtigeren Drahtseilzubehörprogramms eingestellt. Alle Waren und Vorrichtungen zur Herstellung dieser Artikel wurden verkauft und der Erlös in die Produktion von Drahtseilzubehörteilen investiert.

1962
1962

So begann Anfang der sechziger Jahre die Produktion von Kauschen in der vorhandenen Halle.

Das Fertigungsprogramm sollte weiter ausgebaut werden. Um auf eigenen Füßen zu stehen und unabhängig von Lieferanten / Wettbewerbern zu sein, lag der Wunsch nahe, die bisher zugekauften Schmiedeteile wie Schäkel, Spannschlösser und Haken selbst herzustellen. Dies erwies sich als wesentlich schwieriger. Zunächst fehlte es an Erfahrung im Bereich der Fertigung, der Herstellung und Pflege der erforderlichen Gesenke und nicht zuletzt an Facharbeitern.

Trotz aller Risiken wurde Anfang der sechziger Jahre eine zusätzliche Halle von 140 qm angebaut. Darin fand ein erster gebrauchter Riemenfallhammer Platz, auf dem die Produktion der ersten Gesenkschmiedeteile begann. Das Programm wurde kontinuierlich ausgebaut und die Schmiedekapazität in den darauf folgenden Jahren durch zwei weitere Riemenfallhämmer erweitert, das angebaute Gebäude von 140 auf 380 qm vergrößert.

1978
1978

Die Entwicklung unseres SIKA-Hakens zu Beginn der siebziger Jahre, hergestellt aus Material der Güteklasse 5, war eine technische Errungenschaft. Er hatte eine wesentlich größere Maul- und Ösenweite als der bis dahin bekannte Karabinerhaken und war wesentlich leichter. Das Besondere an diesem Haken war die Einschnäbelung am Schnepper und eine Abweiserwulst am Drehpunkt des Schneppers. Vergleichbares hatte es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben, weshalb dem Unternehmen für diesen Haken Schutzrechte erteilt wurden. Der SIKA-Haken entwickelte sich schnell zum beliebtesten Anschlagmittel in Verbindung mit Drahtseilen und wird bis heute bevorzugt eingesetzt.

1981
1981

Im Laufe der Zeit wurden Drahtseilgehänge mehr und mehr durch die vorteilhafteren Kettengehänge ersetzt. Für Anschlagketten und Zubehörteile war Material der Güteklasse 8 zwingend vorgeschrieben. Auf der Basis des inzwischen allseits bekannten und bewährten SIKA-Haken wurde der SIKA-Gabelkopfhaken Typ GHS aus Material der Güteklasse 8 entwickelt und gefertigt. Zur Herstellung dieses Hakens erteilte uns die Berufsgenossenschaft im Jahre 1980 den Zulassungsstempel H 97. Unter diesem Herstellerzeichen wurde das Kettensystem in Güteklasse 8 kontinuierlich weiter ausgebaut. Unser SIKA-Kettensystem ist heute ein bedeutender Umsatzträger des Unternehmens.

1988 wurden die vorhandenen Riemenfallhämmer durch wesentlich leistungsfähigere elektronisch gesteuerte hydraulische Anlagen ersetzt.

Im Laufe der Jahrzehnte und parallel zur Eigenfertigung ist das Drahtseilzubehör um Handelsartikel ergänzt worden, um den Kunden ein umfangreiches, abgerundetes Lieferprogramm zu bieten. Es wird bis zum heutigen Tage entsprechend der Bedürfnisse des Marktes stetig erweitert. Die ehemals eigengefertigten Produkte wie Drahtseilklemmen, Spannschlösser und Schäkel konnten aufgrund des Preisdrucks aus Importen nicht mehr selbst gefertigt werden und werden deshalb seit einigen Jahren ebenfalls von zuverlässigen Herstellern importiert. Auch hier wird sehr großen Wert auf Kontinuität und gleichbleibende Qualität gesetzt. Um dies sicherzustellen und unseren Kunden auch bei Importwaren eine sehr gute Qualität zu bieten, werden alle eingehenden Sendungen durch unsere Qualitätsstelle geprüft (Sichtprüfung, Zerreißversuche, Funktionstest, etc.).

1994 wurde – in Ergänzung zu unserem Drahtseilzubehör und SIKA-Kettensystem – mit der Entwicklung des ASS Architektur Seil Systems begonnen. Selbstverständlich wird auch dieses System in unserem Hause ständig weiterentwickelt und erweitert.

1995 wurde unser Unternehmen nach ISO9001 zertifiziert.

In den vergangenen Jahren wurde die Produktion ständig optimiert, in Maschinen und Bearbeitungsanlagen mit neuester Technik investiert und Roboter in die Fertigung integriert.

Ferner folgten weitere Investitionen im Werkzeugbau. Inzwischen werden alle für die Produktion erforderlichen Gesenke, Bearbeitungswerkzeuge und Vorrichtungen im Hause selbst hergestellt. CAD-Arbeitsplätze in der Konstruktion und CNC-gesteuerte Werkzeugmaschinen ermöglichen heute ein intensives Eingreifen in die Optimierung und Weiterentwicklung unserer Produktpalette.

Im dritten Quartal 2008 wird zusätzlich eine komplette Hammerlinie mit hydraulischem Oberdruck-Hammer mit 63 kJ Schlagenergie (= die Energie, die beim Fall eines 6,3 to Gewichtes aus 1 m Höhe freigesetzt wird) installiert, inklusive Robotern für die Beschickung der Erwärmungsanlage und des Hammers. Diese Kapazitätserweiterung ist dringend erforderlich, um die Kundenaufträge auch weiterhin in kürzester Zeit zur Auslieferung zu bringen.

Aufgrund der zusätzlichen Kapazität sind wir dann auch in der Lage, neben dem SIKA-Kettensystem in Güteklasse 8, Bauteile in Güteklasse 10 zu fertigen. Die Vorbereitungen hierzu sind angelaufen.

Die Gebäude mussten im Verhältnis der Produktions- und Programmerweiterung mitwachsen. Um das zu ermöglichen, wurde ein benachbartes bebautes Grundstück gekauft. Im Jahre 1979 ist ein angrenzender, bereits still gelegter Steinbruch, erworben worden. Nach sehr aufwendigen Abtragungsarbeiten von Felswänden wurde im Jahr 1981 auf diesem Grundstück eine 2100 qm große Halle für Fertigwarenlager und Versand errichtet. Die Verbindung zum Produktionsbetrieb erfolgte durch einen überdachten Verbindungsgang, der über das zuvor gekaufte bebaute Grundstück führte.

Im Jahre 1994 wurde das zugekaufte Gebäude abgerissen und auf dem Grundstück zwischen Produktionshallen und Versand eine neue Halle errichtet und dadurch die Verbindung zwischen den getrennten Hallen geschaffen.

Die anfänglichen 560 qm Gebäude sind im Laufe der Jahre auf heute 6.500 qm gewachsen. Für Ende 2008/Anfang 2009 ist der Neubau einer Halle mit möglichst 2.000 qm geplant.

Unser Unternehmen ist heute weltweit tätig. Wir exportieren unsere Produkte in alle Kontinente und freuen uns über die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern im In- und Ausland. Bereits im Jahre 1982 wurde in Frankreich eine Niederlassung gegründet, die bis heute sehr erfolgreich tätig ist.

2007
2007

Ein Blick auf die Fotos zeigt, dass sich unser Unternehmen im Laufe der letzten Jahrzehnte immer weiter entwickelt hat. Schritt für Schritt wurden die Räumlichkeiten und die Produktion erweitert. Die topografischen Gegebenheiten der Grundstücke haben das Ihre dazu beigetragen und verhinderten die Errichtung einer einzigen optimal strukturierten Produktionshalle. Das Unternehmen lebt und wächst.

Die Unternehmensleitung liegt inzwischen in den Händen der dritten Generation der Familie Waltermann.

Wir hoffen, dass wir Ihnen als Geschäftspartner einen kleinen Einblick in unseren Werdegang bieten konnten und würden uns freuen, den Weg in Zukunft mit Ihnen gemeinsam weiterzugehen.


Messe 2008